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Die Kontinuität der Rechtsgrundlagen und die langjährige Erfahrung in ihrer Anwendung machen die liechtensteinischen Gesellschaftsformen zu einem führenden Instrument der internationalen Vermögensstrukturierung. Die am häufigsten genutzten Rechtsformen sind:

 

Die Stiftung

Stiftungen haben in Liechtenstein eine lange Tradition. Sie bieten dem Stifter ein hohes Mass an Privatsphäre und gleichzeitig günstige steuerliche Rahmenbedingungen. Eine Stiftung kann sowohl privat- wie auch gemeinnützig sein. Die Stiftung ist eine juristische Person und wird von einem Stifter geschaffen, der ihren Zweck bestimmt und ihr Vermögen widmet. Das Vermögen wird auf diese Weise verselbständigt und erlangt eine eigene Rechtspersönlichkeit. Es wird in der Folge nicht mehr dem Privatvermögen des Stifters zugerechnet. Zu den häufigsten Formen in Liechtenstein gehört die Familienstiftung, die ihr Vermögen Angehörigen einer oder mehrerer Familien verwendet. Eine Stiftung kann von einer einzigen natürlichen Person gegründet werden, wobei das Mindestkapital 30 000 Schweizer Franken, Euro oder US-Dollar beträgt. Dieses Mindestkapital kann auch für den Stiftungszweck verwendet werden.

 

Die Aktiengesellschaft

Die liechtensteinische Aktiengesellschaft (AG) ist eine juristische Person und eignet sich für grosse wie kleinere Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf. Der Zweck der liechtensteinischen AG kann wirtschaftlicher oder nicht-wirtschaftlicher Art sein und in jeder gesetzlich zulässigen Form gegründet werden, beispielsweise zum Handel mit Waren, zum Erwerb von Beteiligungen, für Finanzierungen, die Liegenschaftsverwaltung, die Verwaltung des Vermögens für bestimmte Begünstigte oder für rein wohltätige Zwecke. Das statutarische Kapital kann in Schweizerfranken, Euro und US-Dollar festgelegt werden, wobei das Mindestkapital 50 000 Schweizer Franken, Euro oder US-Dollar beträgt. Das Mindestkapital muss bei der Gründung voll einbezahlt bzw. in Form von Sachwerten eingebracht werden. Das Kapital steht der Gesellschaft zur freien Verfügung, sobald sie im Handelsregister eingetragen wurde. Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet ausschliesslich das Gesellschaftsvermögen. Oberstes Organ der Gesellschaft ist die Generalversammlung der Aktionäre, zu deren Befugnissen unter anderem die Wahl der Verwaltung und die Verwendung des Gewinnes gehören. Die Verwaltung besorgt die Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft. Liechtensteinische AGs sind zu einer ordnungsmässigen Rechnungslegung verpflichtet.

 

Die Anstalt

Die Anstalt ist eine liechtensteinische Besonderheit; diese Rechtsform kommt in keinem anderen Land vor. Wegen ihrer Flexibilität ist sie vielseitig einsetzbar. Die liechtensteinische Anstalt ist eine Rechtsform des Privatrechts und nicht zu verwechseln mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten, wie sie in anderen Rechtsordnungen bekannt sind. Die liechtensteinische Anstalt ist eine juristische Person, für deren Verbindlichkeiten ausschliesslich das Anstaltsvermögen haftbar gemacht werden kann. Die liechtensteinische Anstalt kann ähnlich wie eine Körperschaft strukturiert werden oder auch stiftungsähnliche Grundzüge annehmen und damit je nach Ausgestaltung ein Instrument für kommerzielle Zwecke oder für die Vermögensverwaltung bilden. Die meisten Anstalten in Liechtenstein sind solche, die weder Mitglieder noch Teilhaber oder Anteilsinhaber haben und daher auch kein in Anteile zerlegtes Kapital aufweisen. Anstelle von Aktionären kennt die Anstalt Begünstigte, denen vermögenswerte Leistungen der Anstalt zukommen. Das Mindestkapital beträgt 30 000 Schweizer Franken, Euro oder US-Dollar und muss bei der Gründung voll einbezahlt bzw. eingebracht werden. Das Kapital steht der Anstalt zur freien Verfügung, sobald sie im Handelsregister eingetragen wurde.

 

Das Registrierte Treuunternehmen

Ein Registriertes Treuunternehmen (Trust reg.) ist eine vielseitig einsetzbare Gesellschaftsform. Das Unternehmen kann wie eine Körperschaft strukturiert sein, es kann kommerzielle Zwecke verfolgen und z.B. mit Waren handeln oder aber wie eine Stiftung gestaltet sein und ideellen Zwecken dienen, wie der Nachlassplanung und der Vermögens- oder Rechteverwaltung. Im Unterschied zur Stiftung oder zu einem Trust kann ein Registriertes Treuunternehmen unbegrenzt kommerziell tätig sein und muss daher im Handelsregister eingetragen werden. Das Kapital eines Registrierten Treuunternehmens wird als Treufonds bezeichnet und beträgt mindestens 30 000 Schweizer Franken, Euro oder US-Dollar. Das oberste Organ ist der Treugeber, der als Kapitalgeber die Mittel für den Treufonds bereitstellt. Die Verwaltungsaufgaben des Registrierten Treuunternehmens werden von einem Treuhänderrat ausgeübt, der aus mehreren Treuhändern bestehen kann. Die Geschäftsführung kann allerdings auch von einem einzelnen Treuhänder oder von einem Dritten übernommen werden.

 

Der Trust

Die liechtensteinische Trust eignet sich sowohl zur langfristigen Sicherung eines Vermögens bzw. Familienvermögens als auch zur Nachlassplanung. Der Trust besteht aus einem Treuhandvermögen, welches vom Treugeber einem Treuhänder übertragen wird. Mit dem Übertrag einher geht die Verpflichtung, dieses Treugut im eigenen Namen als selbständiger Rechtsträger zu Gunsten eines oder mehrerer Begünstigter zu verwalten oder zu verwenden. Bei einer Treuhänderschaft handelt es sich nicht um eine juristische Person, sondern vielmehr um ein vertragliches Rechtsverhältnis. Treuhänderschaften sind zu wohltätigen, sozialen, kulturellen oder ähnlichen Zwecken zulässig und haben meist die Funktion eines trust settlement oder eines family trust des englischsprachigen Rechtskreises. Das Vermögen der liechtensteinischen Treuhänderschaft (Trust) unterliegt lediglich der Mindestertragsbesteuerung von 1800 Schweizer Franken.